Einnahmen-Ausgaben-Rechnung in der EA-Tabelle

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung 2024 in der Praxis

So lernen Sie als österreichischer Einzelunternehmer oder Kleinunternehmer die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und führen sie dann selbst durch.

Zuletzt aktualisiert am 04.03.2024 und bewertet mit 4.5 (186 Bewertungen)

Inhalte

Was ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung?

Die EA-Rechnung ist – neben der doppelten Buchführung und der Pauschalierung – eine der drei Möglichkeiten, um den Gewinn Ihres Unternehmens zu ermitteln und die entsprechende Einkommensteuer zu zahlen.

Der Überschuß der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben darf dann als Gewinn angesetzt werden, wenn keine gesetzliche Verpflichtung zur Buchführung besteht und Bücher auch nicht freiwillig geführt werden. Durchlaufende Posten, das sind Beträge, die im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt werden, scheiden dabei ausEStG 1988 § 4 Abs. 3

  • Der obige Auszug kommt aus dem Einkommensteuergesetz (EStG). Dieses Gesetz regelt die Einkommensteuer, die Sie ans Finanzamt abhängig von der Höhe Ihrer Gewinne abführen müssen.
  • Für Unternehmer bestimmt sich das Einkommen aus dem „Überschuß“ oder „Gewinn“ der „(Betriebs) Einnahmen“ über den „(Betriebs) Ausgaben“

Mit diesen Begriffen ist immer dasselbe gemeint:

  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EAR oder EA-Rechnung)
  • Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
  • Geldflussrechnung
  • Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs 3 EStG

Wer darf die EA-Rechnung verwenden?

Jeder, der nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet ist.

… wenn keine gesetzliche Verpflichtung zur Buchführung besteht und Bücher auch nicht freiwillig geführt werden.

Die doppelte Buchhaltung könnten aufgrund der Rechtsform (z. B. GmbH) oder aufgrund der Überschreitungen der Umsatzsteuergrenzen verpflichtend sein.  

 

Rechtsform Umsatzgrenze Mögliche Gewinnermittlungsarten
Einzelunternehmen und Personengesellschaften (OG, KG) bis 35.000 € Umsatz im laufenden Jahr ✅ Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Kleinunternehmerpauschalierung oder freiwillige doppelte Buchführung
bis 220.000 € Umsatz im Vorjahr ✅ Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Basispauschalierung oder freiwillige doppelte Buchführung
bis 700.000 € Umsatz ✅ Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, branchenspezifische Pauschalierung oder freiwillige doppelte Buchführung
bei zweimaligem (nachhaltigem) Überschreiten der Umsatzgrenze von 700.000 € oder einmaligem (qualifiziertem) Überschreiten von 1.000.000 € Doppelte Buchführung verpflichtend
Kapitalgesellschaften (GmbH, AG), GmbH & Co KG keine Umsatzgrenze Doppelte Buchführung unabhängig vom Umsatz stets verpflichtend

Wie funktioniert die EA-Rechnung?

Es geht um den Betrag (Gewinn), der übrig bleibt, wenn man von der Summe der betrieblichen Einnahmen, die Summe der betrieblichen Ausgaben abzieht.

Der Überschuß der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben darf dann als Gewinn angesetzt werden … 

Bei dieser Gewinnermittlungsart ziehen Sie am Jahresende von allen Ihren betrieblichen „Einnahmen“ die betrieblichen „Ausgaben“ ab. Das Ergebnis ist Ihr „Gewinn“.

In der Praxis müssen Sie nach Ablauf eines Wirtschaftsjahres die Summen Ihrer Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, gruppiert nach bestimmten Arten (Kennziffern), über finanzonline.at in Form einer Einkommensteuererklärung an das Finanzamt übermitteln.

… für Zwecke der Erhebung der Abgaben vom Einkommen und Ertrag ihre Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben aufzuzeichnen und zum Ende eines jeden Jahres zusammenzurechnenBAO § 126 Abs. 2

Mit der EA-Rechnung gehen auch bestimmte Aufzeichnungspflichten einher.

 

Die 3 Gesetze

Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist im Steuerrecht durch das Einkommensteuergesetz, das Umsatzsteuergesetz und die Bundesabgabenordnung geregelt.

EStG

Einkommensteuergesetz

Rechtsgrundlagen für Ertragsbesteuerung des Einkommens von natürlichen Personen innerhalb eines Kalenderjahres.

UStG

Umsatzsteuergesetz

Rechtsgrundlage für die Umsatzsteuer die anfällt oder als Vorsteuer in Abzug gebracht werden kann. 

BAO

Bundesabgabenordnung

Regelt die Anforderungen an die Aufzeichnungen der Einnahmen- und Ausgabenrechnung.

Was ist neu für 2024?

Änderungen 2024

Grundfreibetrag gilt nun bis 33.000 € Gewinn

Der Gewinngrundfreibetrag (15%) wird ab 2024 von Gewinnen bis 30.000€ auf Gewinne bis 33.000€ angehoben. Der maximale Gewinnfreibetrag für 2024 beträgt somit 4.950 € (statt 4.500 € in 2023), was einem tatsächlichen Steuerersparnis von bis zu 1.485 € entspricht.

Einkommen-Steuerabsetzbeträge um 6,6% erhöht (an Inflation angepasst)

  • 0% für die ersten 12 816 €
  • 20% für Einkommensteile über 12 816 € (2023: 11 693 €)
  • 30% für Einkommensteile über 20 818 € (2023: 19 134 €)
  • 40% für Einkommensteile über 34 513 € (2023: 32 075 €)
  • 48% für Einkommensteile über 66 612 € (2023: 62 080 €)
  • 50% für Einkommensteile über 99 266 € (2023: 93 120 €)

Aktuelle Quelle , Quelle

 

Änderungen 2023

Senkung der 3. Einkommensteuerstufe

Die Einkommensteuer der 3. Stufe (31.000 € bis 60.000 €) wird ab 1.7.2023 von 42 % auf 40 % gesenkt. Für die Einkommensteuererklärung 2023 gilt der Mischsteuersatz von 41 %.


Zusätzlicher Investionsfreibetrag für bestimmte Anlagegüter

Für bestimmte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 31.12.2022 angeschafft oder hergestellt werden und eine Nutzungsdauer von mehr als 4 Jahren haben, können zusätzlich (!) zur Abschreibung 10 % bzw. 15 % der Anschaffungskosten als Betriebsausgabe (Investition) geltend gemacht werden.


GwG ab 1.1.2023 bis 1000 €

Die Betragsgrenze für die Sofortabschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern, die ab dem 1.1.2023 angeschafft werden, wurde von derzeit 800 € auf 1.000 € angehoben.


Inflationsangepasste Steuerstufen

Kalte Progression ade! Der Einkommensteuertarif wird künftig jährlich an die aktuelle Inflation angepasst.

Änderungen 2022

Reduzierung der Einkommensteuer 2022

Die zweite Stufe (EUR 18K – 31K) der Einkommensteuer wurde zum 1.7.2022 von 35 % auf 30 % gesenkt. Für das Jahr 2022 gilt somit in der zweiten Stufe der Durchschnittssatz von 32,5 %.


Erhöhung des Grundfreibetrags

Der Grundfreibetrag beim Gewinnfreibetrag wurde von 13 % auf 15 % erhöht. Der Höchstbetrag beträgt 4.500 EUR (bisher bis zu 3.900 EUR).


Arbeitszimmer in der Wohnung

Auch wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht klar abgegrenzt ist oder nicht den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt, gibt es ab der Einkommensteuererklärung 2022 steuerliche Vergünstigungen. Details.

 

Änderungen 2021

Innergemeinschaftlicher Versandhandel ab 1.Juli 2021

Bereits seit 2015 müssen Unternehmer elektronisch erbrachte Leistungen (z.B. Apps, E-Books) an Nichtunternehmer (innerhalb der EU) mit dem jeweiligen Steuersatz des Empfängerlandes besteuern und dann die Umsatzsteuer über den Mini-One-Stop-Shop (MOSS) abführen (wenn 10.000 € Jahresschwelle überschritten wurde).

Ab dem 1. Juli 2021 gab es eine neue Regelung, die nun auch den Versand von Waren an Nichtunternehmer in der EU betrifft.Zum Beispiel verkaufen und versenden Sie Waren über einen Onlineshop an Privatkunden, die in der EU wohnen. Wie bei Dienstleistungen ist nun auch beim Versandhandel der Umsatzsteuersatz des Empfängerlandes anzuwenden (wenn die Jahresgrenze von 10.000 € überschritten wird). Die Umsatzsteuer wird über den EU-One-Stop-Shop (EU-OSS) angemeldet und abgeführt. Quelle: USP


5% Sonder-Steuersatz verlängert

Vom 1.7.2020 – 31.12.2021 (31.12.2020) gibt es für Gastronomie, Beherbergung, Kultur- und den Publikationsbereich einen neuen gesenkten 5 % Steuersatz. WKO: Eine Liste von Anwendungsfällen

Änderungen 2020

Kleinunternehmergrenze wird auf 35.000 € angehoben

Vielleicht ist es für Sie jetzt mit der neuen, höheren Grenze von 5.000 € einfacher, weiterhin ein Kleinunternehmer zu bleiben?
Wenn Ihre Kunden hauptsächlich Privatpersonen sind, können Sie das gleiche Produkt zu einem niedrigeren Preis (ohne MwSt.) verkaufen. Außerdem sparen Sie Zeit bei der Buchhaltung.


Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 €

Unter 800 € geht sich schon ein schöner Computer aus. Dieser müsste ab 2020 nicht mehr ins Anlagenverzeichnis und nicht mehr über 3 Jahre abgeschrieben werden.

Gegenstände unter 800  (bisher 400 €) sind nun geringwertige Wirtschaftsgüter und dürfen sofort als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Eine Eintragung ins Anlagenverzeichnis ist nicht notwendig.


Pauschalierung für Kleinunternehmer

Zur Vereinfachung der Einkommensteuererklärung kann der Kleinunternehmer nun wählen, ob die Einkommensteuer nach den tatsächlichen oder pauschal ermittelten Betriebsausgaben berechnet werden soll.

Die Betriebseinnahmen müssen weiterhin genau mit Belegen aufgezeichnet werden.

Bei der Pauschalierung wird einfach angenommen, dass die Betriebsausgaben 45 % bzw. bei Dienstleistungsunternehmen 20 % der Betriebseinnahmen betragen.

Wenn Sie also kaum Betriebsausgaben haben, können Sie damit Einkommensteuer und Zeit sparen, weil Sie keine Betriebsausgaben aufzeichnen müssen.

Selber machen oder doch besser der Buchhalter?

Buchhaltung ganz selber machen

Alles selber machen

Sie erstellen Ihre Einnahmen-Ausgaben-Rechnung selbst und übermitteln monatlich oder vierteljährlich Ihre Umsatzsteuervoranmeldung und jährlich Ihre Einkommensteuer- und Umsatzsteuererklärung selbständig über Finanzonline.

Jahresabschluss mit Buchhalter machen

Buchhalter hilft beim Jahresabschluss

Sie erstellen Ihre Einnahmen-Ausgaben-Rechnung größtenteils selbst, aber am Ende des Jahres beauftragen Sie einen Buchhalter mit der Prüfung Ihrer Buchhaltung und der Einreichung der Jahreserklärung.

Buchhaltung macht nur der Steuerberater

Buchhalter macht alles

Der Buchhalter übernimmt für Sie die Führung der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und ist auch für diese verantwortlich. Manchmal werden die Belege vom Unternehmer vorsortiert, um Kosten zu sparen.

Wie es unsere Kunden machen: 52 % der Nutzer der KU-Tabelle (Kleinunternehmer) führen die gesamte EA-Rechnung ohne Steuerberater selber durch. 77 % der Nutzer der EA-Tabelle, d.h. der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer, arbeiten zumindest teilweise (z.B. für den Jahresabschluss) mit einem Steuerberater zusammen.

Vorteile beim Selbermachen

➕ Kosten sparen

Bei einer relativ unkomplizierten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (keine besonderen rechtlichen Anforderungen und nur wenige Einnahmen und Ausgaben) sind die Kosten für einen Steuerberater (1000 € oder mehr) im Jahr nicht zu rechtfertigen.

➕ Über Finanzen Bescheid wissen

Viele empfinden eine eigene Buchhaltung als lästiges Übel, das vom Finanzamt auferlegt wird.

Tatsache ist aber, dass die Buchhaltung vor allem für Sie als Selbstständiger nützlich ist.

Die Ermittlung von Einnahmen, Ausgaben und Gewinn liefert Ihnen wertvolle Informationen darüber, wie es um Ihr Unternehmen tatsächlich steht – und nicht nur, wie es sich für Sie anfühlt.

Auch wenn Zahlen nicht das Wichtigste sein sollten, sind sie doch ein praktisches Mittel, um sich messbare Ziele zu setzen, Schwächen (vermeidbare hohe Ausgaben) auszumerzen und Stärken (erfolgreiche Einnahmequellen) zu fördern.

➕ Belege nehmen ohnehin die meiste Zeit in Anspruch

Unabhängig davon, ob Sie mit einem Buchhalter zusammenarbeiten oder Ihre Buchhaltung selbst erledigen, müssen Sie Rechnungen schreiben und Belege sammeln.

Das ist der zeitaufwändigste Teil der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

➕ Unabhängigkeit

Manche Unternehmer fühlen sich ohne die Hilfe eines Buchhalters hoffnungslos verloren.

Doch wenn Sie die Grundlagen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung kennen, werden Sie feststellen: Sie sind relativ einfach zu erlernen und zu verstehen.

Dies macht es auch einfacher, auf mögliche Veränderungen (z. B. Umstellung vom Kleinunternehmen zur Umsatzsteuerpflicht) in Ihrer Selbstständigkeit zu reagieren. Außerdem gibt es Ihnen ein Gefühl der Sicherheit, wenn Sie selbst wissen, was das Finanzamt von Ihnen verlangt.

Nachteile beim Selbermachen

➖ Zeitaufwand

Vor allem zu Beginn werden Sie einige Zeit benötigen, um das Grundkonzept der EA-Rechnung und die für Ihr Unternehmen relevanten Rechtsvorschriften kennenzulernen und zu verstehen. Wenn Sie als Existenzgründer gleich die Stufe des Kleinunternehmers überspringen und sofort vorsteuerabzugsberechtigt sind, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater, um schneller in die Materie einzusteigen.

Der monatliche Zeitaufwand liegt bei 1-4 Stunden und entfällt hauptsächlich auf das Sortieren und Erfassen der Belege.

Am Jahresende kommen noch einige Stunden für den Jahresabschluss hinzu. Dabei wird die gesamte Buchhaltung nochmals auf Richtigkeit überprüft. Die Belege müssen dauerhaft archiviert und die Einkommensteuer- bzw. Umsatzsteuerjahreserklärung über Finanzonline abgegeben werden.

Outsourcing durch einen Steuerberater ist dann am effizientesten, wenn Ihr Stundensatz bereits die Kosten des Steuerberaters übersteigt oder Sie Ihre ganze Energie in die Umsetzung eines längerfristigen Projektes stecken müssen.

➖ Risiko

Wenn Sie Ihre EA-Rechnung ausschließlich selbst erstellen, sind Sie für Ihre Buchhaltung selbst verantwortlich. Das klingt wahrscheinlich schlimmer, als es ist – es sei denn, es handelt sich um vorsätzliche Steuerhinterziehung.

Was bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen schief gehen kann, sind z.B. falsch berechnete Umsatzsteuerbeträge.

Risiko für Kleinunternehmer mit 4 Beispielen

Für Kleinunternehmer ist das Risiko, sofern es sich nicht um bewussten Steuerbetrug handelt, überschaubar.

Um das Risiko besser einschätzen zu können, betrachten wir 4 Beispiele von Fehlern, die einem Kleinunternehmer bei der EA-Rechnung unterlaufen können:

1. Überschreiten der Kleinunternehmergrenze: Die größte Gefahr für einen Kleinunternehmer ist das Übersehen und Überschreiten der Kleinunternehmerumsatzgrenze (Jahr 2022: € 35.000 netto + 15 % Puffer einmal alle 5 Jahre). Tritt dieser Fall am Jahresende ein, muss die gesamte Umsatzsteuer, die durch die im Laufe des Jahres ausgestellten Rechnungen angefallen wäre, nachgezahlt werden.

Beispiel: 50.000 € Bruttoeinnahmen = ca. 42.000 € netto = bei einem Steuersatz von 20 % sind ca. 8.000 € Umsatzsteuer (+ evtl. Verzugszinsen) nachzuzahlen.

2. Reverse Charge Umsatzsteuer nicht bezahlt: Wenn Sie Dienstleistungen aus dem Ausland beziehen, geht die Steuerschuld auf Sie über und Sie müssen die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Beispiel: Leistungen über 1000 € von Freiberufler aus Deutschland erhalten; 20% Steuerschuld = 200 € Umsatzsteuer (+ allfällige Verzugszinsen) nachzahlen.

3. Überschreiten der Erwerbsschwelle: Wenn Waren aus dem EU-Ausland bezogen werden und die jährliche Erwerbsschwelle (€ 11.000 netto) überschritten wird und keine Erwerbssteuer an das Finanzamt abgeführt wird.

Beispiel: Waren aus Italien um € 20.000 netto geliefert bekommen = € 9.000 über der Erwerbsschwelle = € 1.800 Erwerbssteuer (+ evtl. Verzugszinsen) nachzahlen.

4. Falsche Einkommensteuererklärung: Angenommen, Sie verbuchen Ausgaben, die das Finanzamt nicht als Betriebsausgaben anerkennt.

Worst-Case-Beispiel: Betriebseinnahmen: 35.000 €, Betriebsausgaben: 0 € = 35.000 € Jahresgewinn = ca. 6.000 € zu zahlende Einkommensteuer.

Fazit: Punkt 1 mit der Überschreitung der Kleinunternehmergrenze ist am risikoreichsten, die Fälle der Punkte 2 und 3 betreffen von vornherein nur wenige KUs und das Risiko von Punkt 4 ist überschaubar.

 

Wie starte ich am besten mit der EA-Rechnung?

Am besten so praxisnah wie möglich. Verschwenden Sie keine Zeit mit Spezialfällen, die für Ihre Buchhaltung derzeit nicht relevant sind. Beginnen Sie mit einem Geschäftskonto und einem Buchhaltungssoftware und füllen Sie dann Schritt für Schritt Ihre Wissenslücken.

1 Geschäftskonto eröffnen

Ein Geschäftskonto zu Eröffnen ist ein erster Quick-Win beim Start mit der EA-Rechnung.

Denn im einfachsten Fall laufen alle Ihre betrieblichen Einnahmen und Ausgaben über Ihr Geschäftskonto. Ihr Kontoauszug stellt somit bereits die Basis für die Erstellung Ihrer EA-Rechnung dar.

Holvi

  • Belege/Rechnungen lassen sich hochladen (auch mit Handy-App) und direkt den Buchungen zuordnen. Mit der CSV-Tabelle ist daher der Import von Belegnummer und der Einnahmen- oder Ausgaben-Art jeder Buchungszeile möglich
  • Mastercard Debitkarte
  • Finnischer IBAN
  • Mit Einlagensicherung (über Partnerbanken)
  • Ab 9 € netto pro Monat

» Zur Holvi Website (*)

Erste Bank Logo

Erste Bank

  • Mastercard Debitkarte mit Google/Apple Pay
  • Österreichischer IBAN
  • Einfache Finanzamtzahlungen
  • Option der Kreditkarte (6 € pro Monat)
  • Im ersten Jahr der Selbständigkeit kostenlos. Dann für Debitkarte: 2,03 € pro Monat. Ab 3. Jahr mindestens weitere 8 € pro Monat.

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N26 Business

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  • Deutscher IBAN
  • 0,1 % Cashback auf Einkäufe
  • Mit Einlagensicherung
  • Kostenlose Kontoführung und Transaktionen

» Zur N26 Business Website (*)

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Warum nicht nur mein Privatkonto verwenden?

  1. Ihre Buchhaltung wird effizienter, da Sie keine privaten Buchungszeilen mehr aussortieren müssen.
  2. Sie erleben eine klare mentale Trennung zwischen Privatem und Geschäftlichem und erhalten eine bessere emotionale Übersicht über die Finanzen Ihres Unternehmens.
  3. Zudem verringert sich die Versuchung, Geld auszugeben, das eigentlich für Sozialversicherung oder Steuern reserviert ist.
  4. Bei einer Betriebsprüfung müssen Sie Ihr privates Konto nicht offenlegen, was unnötige Diskussionen vermeidet.

Sind Zahlungen an das Finanzamt nur mit einem österreichischen Bankkonto möglich?

Viele österreichische Bankkonten bieten den Vorteil einer integrierten Funktion für Finanzamtszahlungen. Dies vereinfacht die Überweisungen, da man mit einer Vorlage arbeiten kann, in der man die eigene Steuernummer und den Zahlungszweck einträgt. Es ist jedoch nicht notwendig, ein österreichisches Konto zu nutzen, um Zahlungen an das Finanzamt zu tätigen.

Man kann auch ein anderes europäisches Konto verwenden und über eine SEPA-Überweisung mit der entsprechenden Verwendungszweckzeile die Steuernummer für Zahlungen an das Finanzamt angeben.

2 Buchhaltungssoftware für EA-Rechnung auswählen

Besser erst Buchhaltung lernen und dann ein Programm suchen? Nicht unbedingt, es ist wahrscheinlich effektiver, zuerst mit einem Buchhaltungsprogramm zu beginnen und sich so in die Praxis einzuarbeiten.

EA-Tabelle

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Für Einzelunternehmen: Kombiniert die seit Jahren bewährten und erfolgreichen Funktionalitäten von Kalkulationsprogrammen wie Excel mit der österreichischen EA-Rechnung. Vom Einnahmen-Ausgaben-Journal, der Einkommensteuererklärung E1A, der Umsatzsteuererklärung U30 und U1, dem Anlagenverzeichnis, dem Wareneingangsbuch, der Zusammenfassenden Meldung, der EU-OSS und dem Kilometergeld bietet die EA-Tabelle alles, was das österreichische Unternehmerherz begehrt.

» Zur EA-Tabelle

KU-Tabelle

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Für Kleinunternehmen: Vom Einnahmen-Ausgaben-Journal, der Einkommensteuererklärung E1A, der Umsatzsteuererklärung (falls erforderlich), dem Anlagenverzeichnis, dem Wareneingangsbuch bis hin zum Kilometergeld – die KU-Tabelle bietet alles, was das Herz eines österreichischen Kleinunternehmers begehrt.

» Zur KU-Tabelle

3 Grundwissen aneignen

Lesen Sie sich die kostenlosen Infomaterialien von der WKO und vom BMF, um einen guten Überblick zu erhalten.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Broschüre

Von Wirtschaftskammer Österreich

 WKO Broschüre herunterladen
(kostenlos – 0,3 MB – PDF – Version April 2023 – Quelle)

BMF Selbstständigenbuch

Vom Bundesministerium für Finanzen

Selbstständigenbuch herunterladen
(kostenlos – 4 MB – PDF – Version Juli 2019 – Quelle)

4 Fragen und Unklarheiten klären

Während Sie sich mit Ihrem neuen Buchhaltungsprogramm vertraut machen, werden wahrscheinlich Fragen auftauchen. Schreiben Sie diese Fragen auf. Nehmen Sie die Hilfe des Finanzamtes und/oder eines Buchhalters in Anspruch.

Haben Sie eine spezielle Frage? Wenden Sie sich telefonisch unter 050 233 333 oder schriftlich über Finanzonline (Weitere Services > Sonstige Anträge > Sonstige Anträge und Anfragen) an Ihr zuständiges Finanzamt.

Möchten Sie sicherstellen, dass Sie die EA-Rechnung richtig verstanden haben? Machen Sie sich Notizen und besprechen Sie diese mit einem Steuerberater. Gute Vorbereitung spart Zeit und Geld.

Haftungsausschluss

Die Inhalte auf dieser Seite wurden zwar mit Sorgfalt erstellt, garantieren aber keine Rechtssicherheit oder Aktualität. Der Ersteller ist nicht berechtigt, buchhalterische Auskünfte zu geben. Bitte lesen Sie selbst die offiziellen Publikationen des BMF und der WKO bzw. lassen Sie sich von Ihrem Finanzamt oder einem zertifizierten Steuerberater beraten.

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